Hinter den Kulissen der LUXX Expertenausbildung – Tag 1

Von Anne Janser

Lesezeit: 7 Min.

 

Das LUXXprofile ist das aktuell modernste Persönlichkeitsdiagnostik-Tool auf dem Markt. In der vier-tägigen Ausbildungen zum LUXXexpert haben Interessierte die Möglichkeit selbst Experte für die menschliche Persönlichkeit zu werden. Unsere Werkstudentin Anne Janser durfte vor kurzem selbst an der Ausbildung teilnehmen und berichtet aus erster Hand über die spannende Erfahrung.

 

– Tag 1 –

 

Gespannt sitze ich vor dem Laptop. „Der Moderator lässt Sie in Kürze eintreten“ steht in dem Meeting-Fenster. Auch Die LUXX Expertenausbildung ist von der aktuellen Corona-Situation betroffen. Umso schöner, dass sich alle Teilnehmenden bereit erklärt haben, die Ausbildung auch im Online-Format durchzuführen.

Das eingespielte Ausbilder-Duo Peter Boltersdorf und Uta Rohrschneider begrüßt uns vier Teilnehmenden. Zwei Berater aus der IT-Branche, die als agile Coaches arbeiten und LUXX hier nutzen wollen und zwei Psychologinnen. Sieht zunächst nach zwei klaren Parteien aus, aber beim Blick auf unsere LUXX Profile wird schnell klar, hier sitzen (die Trainer eingeschlossen) sechs sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Schubladendenken Fehlanzeige!

Von Anfang an wird die Ausbildung durch eine offene und wertschätzende Atmosphäre begleitet. In der Vorstellungsrunde erzählt jede/r Teilnehmer/in eine Anekdote über seine/ihre stärkste Motivausprägung, welche einen ersten Eindruck darüber geben, was die Menschen hier in dieser Runde kennzeichnet und was ihnen wirklich wichtig ist und mir bis zum Ende der Ausbildung stark im Gedächtnis bleiben.

 

„Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ – Teilnehmer mit PRINZIPIEN blau

„Ich hätte heute Morgen fast kein Frühstück bekommen und das hat mich sehr nervös gemacht.“ – Teilnehmer mit ESSENSGENUSS rot

 

Wir steigen ein mit grundlegendem Hintergrundwissen über die Motivationsforschung. Wir lernen, wie Motivation aus wissenschaftlicher  Sicht definiert wird und erfahren, dass die Erfüllung unserer stärksten Motive einen positiven Hormoncocktail in uns Menschen auslöst. Das führt dazu, dass wenn wir unsere Motive befriedigen können,  wir uns gut oder sogar euphorisch fühlen. Es wird verständlich, das jeder dieses Gefühl möglichst oft haben will und sich deshalb immer wieder ähnlich verhält. Damit wird auch verständlich, dass unsere Motive  verantwortlich für unsere selektive Wahrnehmung sind und auch unsere Emotionen, Kognitionen und unser Verhalten bestimmen.

Wir lernen etwas über die Ethik und die Haltung von LUXX. Sehr konsequent wird immer die Wert- und Wertungsfreiheit des LUXXprofile betont und in gegenseitige Wertschätzung umgesetzt. Wir bekommen einen Einblick sowohl in die wissenschaftliche Entwicklung des Profils als auch in die Grundlagen der statistischen Auswertung der Ergebnisse.

Gefüttert mit Hintergrundwissen geht es dann ans Eingemachte. Das LUXXprofile wird uns mit seinen 16 Lebensmotiven sehr umfassend erklärt und anhand von Beispielen nahegebracht. Die Neugier und das Interesse aller Teilnehmenden sind groß. Es werden viele Nachfragen gestellt und der Austausch untereinander hilft sehr dabei, sich die einzelnen Motive mit ihren Kernaussagen und Merkmalen bildlich einzuprägen.

Begleitet werden die Erklärungen auch immer wieder von kurzen Video- und Musikbeiträgen. Sie zeigen einprägsam, wie unsere Motive im Alltag unser Handeln beeinflussen. So erklärt uns ein bekannter deutscher Comedian in einer NDR Talkshow völlig euphorisiert aus seinem stark roten NEUGIER-Motiv heraus, welche sagenhaften, evolutionsbiologischen Erkenntnisse er über Giraffen gewinnen konnte (die langen Beine sind zum Erreichen der hohen Bäume da, der lange Hals wiederum vorrangig zum Erreichen des Trinkwassers auf dem Boden). Die Euphorie über dieses Wissen ist für jemanden mit NEUGIER blau wohl kaum in dem Maße nachvollziehbar…

In dem Songtext aus Udo Lindenbergs Klassiker „Ich mach mein Ding“ konnte sich ein Teilnehmer mit seiner blauen Ausprägung im Motiv SOZIALE ANERKENNUNG besonders wiederfinden, es spiegelte seine eigenen Emotionen. Daraufhin wurde  er, zur stetigen Erheiterung Aller, von seinem Kollegen für den Rest der Ausbildung sehr häufig nur noch mit „Udo“ angesprochen wurde. Eine andere Teilnehmerin mit einer stark roten Ausprägung im Motiv AUTONOMIE konnte stattdessen wohl als einzige aus der Runde wirklich nachvollziehen, was die Sängerin der Band Rosenstolz mit dem Song „Ich bin mein Haus“ zum Ausdruck bringen wollte.

Außerdem werde ich in kleineren Diskussionen zwischen den Teilnehmenden selbst Zeuge davon, was passiert, wenn zwei Personen mit stark gegensätzlich ausgeprägten Motiven aufeinandertreffen. Eine Teilnehmerin mit PRINZIPIEN rot versteht recht schnell, dass sie einen anderen Teilnehmer mit PRINZIPIEN blau nur schwer  ihre persönliche, emotionalen Betroffenheit im Thema Veganismus vermitteln  kann. Ebenso erlebe ich selbst, dass mein stark rot ausgeprägtes Motiv SOZIALES ENGAGEMENT die anderen Teilnehmer mit blauer Ausprägung relativ kalt lässt, was in mir leichte Wellen der Wut und Unverständlichkeit auslöst. Ich verstehe noch mal besser wie Konflikte zwischen Menschen im Alltag entstehen. Aber, nach all der Reflektion zu den Motiven und ihrer Bedeutung in unserem Leben, ist  mir  klar, dass hier einfach nur sehr unterschiedliche Motivausprägungen aufeinandertreffen, die sich schwer damit tun, die jeweils andere Seite nachzufühlen. Habe ich jedoch in anderen Motiven dieselbe Ausprägung wie ein anderer Teilnehmender, so fällt es auf einmal sehr leicht empathisch zu sein und Sympathie zu entwickeln.

Bereits nach dem ersten Tag erahnen wir, wie sehr uns das LUXXprofile  eine große Hilfe dabei sein wird, anderen Menschen mit unterschiedlichen Motivausprägungen toleranter und wertschätzender gegenüberzutreten. Alle Motivausprägungen haben eine biologische und gesellschaftliche Funktion und können somit im entsprechenden Kontext als Ressource bewertet werden. Ein richtig oder falsch gibt es nicht, das können wir hier an uns selbst erleben. Das LUXXprofile hilft uns in erster Linie die Beweggründe für ein Verhalten oder eine Haltung von sich und anderen zu verstehen und fördert dadurch den Umgang miteinander. Das war für mich persönlich am ersten Tag, zwischen all den anderen „Aha-Erlebnissen“, das wichtigste Learning.

Voller Erwartungen blicke ich den weiteren drei Tagen der Ausbildung entgegen!

 

To be continued…

 

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